By Bernd Dollinger

Vor dem Hintergrund vielfältiger historischer und theoretischer Reflexionen geht dieses Buch den Grundfragen sozialpädagogischen Wissens nach. Wie kann dieses Wissen bestimmt werden, wenn es sich doch in einem Prozess dauerhafter Veränderung befindet? Im Zentrum steht die kontextabhängige Verschiebung und Veränderung von Sozialpädagogik. Sie kann nicht als feste Größe, sondern nur als variable Wissensstruktur in kulturellem Zusammenhang interpretiert werden. Um dies zu rekonstruieren, wird ein analytisches Konzept als 'reflexive Sozialpädagogik' vorgelegt.

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Zwischen zwei Welten?: Eine organisationssoziologische Analyse der (Re-)Konstruktion kommunaler Selbstbeschreibungen

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Der ewige Kalte Krieg: Kubanische Interessengruppen und die US-Außenpolitik

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Der soziale Austausch zwischen den einzelnen Organen der Gesellschaft erfolge meist ausreichend und integrative soziale Kontakte, die einen Schutzfaktor vor Anomie darstellten, seien „der Normalzustand“ (Durkheim 1893/1999, 15). Dies war insofern von besonderer Bedeutung, als eine hoch arbeitsteilig organisierte Gesellschaft – im Unterschied zu einer segmentären, durch ähnliche soziale und individuelle Lagen charakterisierte – auf Unterschiedlichkeit beruhe: In komplex strukturierten Gesellschaften seien die Einzelnen untereinander unähnlich, sie befänden sich in je spezifischen sozialen Situationen und seien bei der Lebensführung wechselseitig abhängig.

16 Die Spannbreite von Anomietheorien kann hier nicht wiedergegeben werden. Es sei verwiesen auf die Darstellungen in Adler/Laufer (1995); Clinard (1964); Lamnek (2007, 110ff); Oberwittler/Karstedt (2004, Abschnitt II); Ortmann (2000). 53 a) Mertons Relationierung von Zielen und Mitteln Zunächst ist an Robert K. Merton zu erinnern, dessen Anomiekonzepte neben denjenigen Durkheims große wissenschaftliche Popularität erreichten. Durkheim legte Vorgaben für die Mertonschen Ausführungen, etwa indem er von einer anomietheoretisch relevanten Gleichgewichtigkeit sprach, die zwischen den Aspirationen von Menschen und den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln herrschen müssten, um sie zu einem zufriedenen Leben zu führen.

Die Diagnose setzt ein perspektivisches Sozialmodell voraus, das Reflexivität beschränkt. Nicht die Objektivität einer sozialen Tatsache garantiert die Legitimität der Perspektive des Anomiediagnostikers. Diese leitet sich vielmehr aus dem Glauben daran ab, objektiv gültig zu sein, mithin aus der Plausibilität von Kontingenzrestriktionen. Durkheims Behandlung des Themas von Exit-Optionen charakterisiert in dieser Weise seine eigene Position: Zweifel führt zum Zusammenbruch des Ordnungsmodells. Er kann deshalb nicht zugelassen werden, zumindest nicht im Bereich der Grundfeste, die das Theoriemodell stabilisieren.

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