By Hans-Gerd Jaschke

Seit den Wahlerfolgen von Rechtsaußen-Parteien in Westeuropa und dem Aufbrechen jugendlicher rechtsextremer Gewalt wird in der politischen Öffentlichkeit und in den Sozialwissenschaften heftig über Ursachen und Gegenmaßnahmen diskutiert. Die teilweise hektischen Bemühungen um angemessene Analysen und Handlungsalternativen bleiben jedoch vielfach unzureichend, weil wichtige Begriffe unscharf benutzt und strukturierende Zusammenhänge unterschätzt oder gar nicht gesehen werden. Dieser Band bietet einen Überblick über die unübersichtlich gewordene Debatte, indem er die zentralen Begriffe und Probleme vorstellt und diskutiert. Die those des Autors lautet: Der moderne Rechtsextremismus bezieht seine politische Dynamik vor allem aus dem Zusammentreffen von zunehmender sozialer Ungleichheit, antidemokratischen Orientierungen/ Tendenzen/ Strömungen und einer Ethnisierung der sozialen Beziehungen, die aus unverarbeiteter Migration resultiert.

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Gewiß ist es, wie Greß betont hat (1993), Ende der achtziger Jahre stiller um die Neue Rechte geworden. Sie ist ein zwar etabliertes, doch eher randständiges Phänomen der Ideologien-Welt geworden, das den überraschenden Avantgardismus-Effekt eingebüßt hat. Sie hat ihre modernisierende Anziehungskraft auf die extreme Rechte deshalb verloren, weil diese in beachtlichen Teilen inzwischen zu erfolgreichen rechtspopulistischen Strömungen mutiert ist. Der Front National, die "Republikaner" und die FPO haben sich in ihren Programmatiken ausgiebig der Vorarbeiten der Neuen Rechten bedient.

Aus der Sekundärliteratur: Wacker 1980, Dubiel 1988, S. 40 - 62, Wiggershaus 1988, S. 454 ff. und Oaußen 1989. 59 gungen waren nicht Anhänger rechtsextremer Parteien, sondern "normale" Angehörige der amerikanischen weißen Mittelschichten, mithin also potentielle, nicht tatsächliche Anhänger des Rechtsextremismus.

Auf der anderen Seite können nicht-reflektierte Vorurteile eine Orientierung in Gang setzen, an deren Ende Haß und Gewaltbereitschaft stehen. Besonders ethnische und nationalistische Vorurteile können, wenn sie nicht bewußt werden, zur Grundlage rechtsextremer Einstellungen werden. Ablehnung von und Haß auf Fremd~ und die Abwertung anderer Nationen bei gleichzeitiger Überhöhung der eigenen basieren auf nicht-reflektierten Vorurteilen. Dieser durch Umfragen vielfach belegte Zusammenhang wird freilich erst dann klarer, wenn man zwischen den Polen "Vorurteil" und Fremdenhaß berücksichtigt, welche Persönlichkeitsstrukturen empfanglich sind für die rechtsextreme Propaganda und wie diese persönlichen Voraussetzungen beschrieben werden können.

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