By Thomas Kron

Wie können Individualität, ethical und gesellschaftliche Ordnung unter modernen Bedingungen verknüpft werden? Diese Frage steht im Zentrum der kritischen Auseinandersetzung mit dem bekannten Soziologen und Philosophen Zygmunt Bauman und dessen viel beachteten Entwurf einer "Postmodernen Ethik".
Als Ergebnis präsentiert der Autor einen Ansatz zur Erklärung von Wertbindungen unter modernen Bedingungen.

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Jede Konsum-Mode bringt, so könnte man mit Simmel sagen, auf einer neuen Stufe das dualistische Wesen des Menschen zwischen der Bestrebung zum Individuellen sowie zum Allgemeinen zum Ausdruck. Moden dienen der Funktion der Synthetisierung von Differenz und Integration: Die Anpassung an das individuell Kleidsame erfolgt stets im Rahmen eines allge- 34 meines Stils. "Massenkultur" oder "Individuelle Kultur" sind so gesehen nun schlicht Begriffe für die Auflösung der ausschließlichen Bindung des modischen Chics an "höhere" Gesellschaftsschichten und für die prinzipiellen Zugangschancen für jeden: Mode als ein All-Inklusions-Begriff für die zunehmende Verzahnung von Universalismus und Individualismus.

Vielmehr soll hier betont werden, dass Individualisierung ursprünglich selbst die Konsequenz einer normativen Vorgabe, nämlich der "Achtung des Individuums" ist. Wer frei entscheidet, nicht innerhalb eines bestimmten Lebensabschnitts heiratet und im Amazonas Urlaub macht, erfüllt am Wert des Individualismus ausgerichtete Erwartungen. Die an Parsons angelehnte Vorstellung vom Trichter der Handlungsselektion über Werte, Normen, Persönlichkeit und Verhaltensorganismus ist als Metapher ungenau, weil der Trichter sozusagen auf dem Kopf steht: wenige Werte (der enge Teil des Trichters) ermöglichen viele Umsetzungsmöglichkeiten im persönlichen Verhalten (der weite Teil des Trichters).

Eben durch die Einspannug des Individuums zwischen Individualisierung und Kollektivisierung/Standardisierung ergeben: Das individualisierte Leben sei konstitutionell immer ambivalent, da es keine einfache "Logik des Entweder-Oder" (Bauman 1995a: 15; Beck 1993a: 61) für den aus der Tradition befreiten und damit in die Unsicherheit alternativer Entscheidungsmöglichkeiten und -zwänge entlassenen Menschen gebe. Damit ist nicht mehr ausgedrückt, als dass Entscheidungen auch falsch sein können. Es wird aber der Kern der Ambiguität von Individualisierungsprozessen so nicht getroffen: Ambiguität ist keine ausschließliche Konsequenz von Individualisierungsvorgängen bezüglich individueller Folgen, sondern wie gezeigt auch Bedingung für Individualisierung.

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