By Gunnar Folke Schuppert (auth.), Gunnar Folke Schuppert, Michael Zürn (eds.)

Der Begriff Governance ist ein Erfolgsbegriff und zwar nicht nur in der Politikwissenschaft, sondern auch in anderen Disziplinen, selbst in der eher begriffskonservativen Rechtswissenschaft. Der Preis dieses Erfolges ist die Uneindeutigkeit des Governancebegriffs, used to be die Governance-Forschung dazu zwingt, sich über die Begriffsverwendung von Governance zu verständigen und die Verwendungskontexte des Governancebegriffs analytisch sorgfältig auszudifferenzieren. Zu beidem will dieses PVS-Sonderheft einen weiterführenden Beitrag leisten. In den Beiträgen der Herausgeber und im ersten Teil des Bandes geht es um erste Konturen einer Theorie von Governance und die Präzisierung des Governancebegriffs. Der Abgrenzung und Schärfung des Governancebegriffs dienen ferner die Beiträge, die sich mit dem Verhältnis zum historisch so dominanten Organisationsprinzip der Hierarchie auseinandersetzen. Mit dem Teil „Governance und Recht“ wird gezielt ein multidisziplinärer conversation über das Governance-Konzept eröffnet, und zwar in der Hoffnung, daraus gerade für ein Verständnis von Governance als Koordination von Akteurshandeln in Regelungsstrukturen zu lernen. Die den Governanceebenen gewidmeten Teile – von „National“ zu „Transnational“ Governance – beschäftigen sich mit unterschiedlichen Governance-Kontexten und unterschiedlichen Governance-Modi wie etwa Netzwerken und Public inner most Partnerships. Sinn des Bandes ist additionally weniger eine Bestandsaufnahme der Governance-Forschung, sondern eine Verortung von Governancestrukturen und Governanceprozessen vor dem Hintergrund sich wandelnder Staatlichkeit.

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Das sowjetische Regierungssystem: Die Grundlagen der Macht der kommunistischen Parteiführung. Leitfaden und Quellenbuch

In dem Allgemeinen Teil dieses Buches stellte sich der Verfasser die Aufgabe, die Ziele und Methoden einer allein herrschenden Partei in der Sowjetunion und die sich daraus ergebenden notwendigen Folgen für die shape der Organi­ sation dieser Partei und des von ihr beherrschten Staates zu zeigen. Damit ist auch das sowjetische Regierungssystem in seinen Grundzügen charakterisiert.

Eignungsprognose und Ausbildungserfolg: Untersuchungen über den Wert verschiedener Ausleseverfahren zur Prognose des Lehrerfolges in gewerblichen Berufen

Der Gedanke, die Beziehung zwischen individuellen Fähigkeiten und Anforderungen, die verschiedene Tätigkeiten oder Berufe an den Menschen stellen, auf rationalem Wege zu optimieren, ist vermutlich so alt wie die menschliche Gesellschaft. In systematischer Weise wird berufspsychologische Eignungsdiagnostik jedoch erst seit Anfang dieses Jahrhunderts betrieben.

Zwischen zwei Welten?: Eine organisationssoziologische Analyse der (Re-)Konstruktion kommunaler Selbstbeschreibungen

Die öffentliche Verwaltung befindet sich seit den 1990er Jahren sowohl foreign als auch nationwide in einem Prozess tief greifender Veränderungen. Heike Scheidemann analysiert anhand der Einführung des Neuen Steuerungsmodells und der Doppik folgende Fragen theoretisch und empirisch: Wie greifen Organisationen gesellschaftliche Modelle des Organisierens auf?

Der ewige Kalte Krieg: Kubanische Interessengruppen und die US-Außenpolitik

Angesichts der langen kubanisch-amerikanischen Geschichte und vor dem Hintergrund der großen Asymmetrie zwischen den united states und Kuba stellt sich die Frage, ob die kubanischen Interessengruppen in den Vereinigten Staaten Einfluss auf außenpolitische Entscheidungen haben können. Diese Studie zeigt, wie sich cubano-amerikanische Gruppen in den politischen Prozess der united states einbinden, um ihre Interessen zu denen der gesamten amerikanischen Außenpolitik werden zu lassen und um auf den gegenwärtigen politischen Präferenzbildungsprozess der united states einzuwirken.

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Die Möglichkeit zur Entwicklung der verschiedenen nicht-hierarchischen, nicht rein staatlichen Formen der Regelung kollektiver Sachverhalte beruht auf einer Reihe von – innerhalb der Governancetheorie selten diskutierten – strukturellen Voraussetzungen. Die nicht-hierarchischen Formen von Governance setzen ein funktionell differenziertes soziales System voraus, in dem es relativ autonome funktionelle Teilsysteme gibt. Die politischen Institutionen müssen durchsetzungsfähig sein und als legitim in dem Sinne gelten, dass sie die Interessen aller großen sozioökonomischen, ethnischen und religiösen Gruppen repräsentieren, aber das politische System darf kein Machtmonopol besitzen: Kooperation setzt verschiedene, aber gleichermaßen handlungsfähige Akteure voraus.

Im vierten Teil geht es um „new modes of governance“ und die Verknüpfung der Governancediskussion mit der allgemeinen Diskussion über den Wandel von Staatlichkeit, wie er sich insbesondere an gewandelten Handlungs- und Organisationsformen bei der Erfüllung öffentlicher Aufgaben ablesen lässt. Die Stichworte lauten in diesem Zusammenhang „governance by networks“ und „Hybridisierung von Governance“. Der thematisch letzte Teil widmet sich der Europäisierung und Transnationalisierung als Herausforderung der Governancetheorie und bündelt die damit verbundene Perspektivenerweiterung unter der Überschrift „Governance jenseits des Nationalstaates“.

Wie aber ist die Beziehung zwischen den Ebenen dann beschaffen? Benz (2004: 127) spricht dann von Governance in einem Mehrebenensystem, wenn „Entscheidungen zwischen Ebenen koordiniert werden müssen“. Wenn koordinieren heißt, die Aufgaben, Rechte, Pflichten und Ressourcen verschiedener Instanzen aufeinander abzustimmen, dann dürfte die Koordination zwischen globalen, regionalen und nationalen Instanzen, im Unterschied zur Koordination in einem föderalen Staat und in der EU, recht gering sein. Cerny beschreibt Governance im globalen Mehrebenensystem als „unstable, tangled hierarchies“, als ein Gefüge aus „competing institutions, overlapping jurisdictions, multiple identities and territorial flux“ (Cerny 2006: 679, 694).

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