By Anke Grotlüschen

Aufbauend auf Theorien und Forschungsergebnissen zu Bildungsinteressen geht Anke Grotlüschen der Frage nach, wie Interesse entsteht und verläuft und diskutiert die Rahmenbedingungen einer erneuerten pädagogischen Interessetheorie. Die Arbeit fußt auf pragmatistischer, subjektwissenschaftlicher und habitustheoretischer Theorie, die zu einem Zweiachsenmodell der Interessegenese führt. Drei empirische Annäherungen stützen zwei zentrale Thesen: Interesse durchläuft die Phasen der Latenz, der growth und der Kompetenz (Interessephasen). Es entsteht und vergeht nur langsam (Interesseträgheit). Die Autorin zeigt, dass die Entstehung von Lerninteressen und Lernwiderständen auf die umgebende Welt in differenzierbarer Weise bezogen sind. Dennoch sind sie zugleich unabdingbar an eine subjektiv empfundene Selbstbestimmung gebunden. Beide Elemente – der äußere Anstoß und die subjektiv erlebte Selbstbestimmung – charakterisieren das Phänomen Interesse.

Das Buch wendet sich an Dozierende und Studierende der Soziologie und der Erziehungswissenschaft sowie an Personen, die in ihrem beruflichen Umfeld mit der Erwachsenenbildung befasst sind.

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44 2 Pragmatische und habituelle Interessebegründung Die kommenden Abschnitte dienen dazu, die verschiedenen Theorierichtungen kurz zu kennzeichnen, ihre zentralen Begriffe herauszuarbeiten, Kritik und Grenzen zu benennen und die Angemessenheit für einen erwachsenenbildnerischen Begriff des Interesses zu diskutieren. Dabei wird zunächst vorgestellt, inwiefern die gewählte Theorie Relevanz in der Bildungs- und Erwachsenenbildungswissenschaft hat. Das dient dazu zu zeigen, dass die gewählten Theoriesysteme zwar bekannt sind und Forschung inspirieren, dass aber ihre interessetheoretischen Setzungen eher brachliegen.

Dewey entwickelt den Gedanken des „Problems“ – als Konflikt von vergangener und gegenwärtiger Erfahrung – weiter als Anlass allen Denkens (wenn es nicht Imagination bzw. Träumerei ist) und fügt somit Denken, Lernen und Forschen in eins – begonnen und angetrieben durch die „geistige Neugierde“ (Dewey 1910/2002, S. 29), die aus dem Konflikt zwischen (akkumulierter) Erfahrung und aktuell widersprechender Beobachtung entsteht. Besonders in seiner Auseinandersetzung um „Logik“ in der „Erneuerung der Philosophie (Dewey 1920/1989)“ und in dem Werk „Wie wir denken (Dewey 1910/2002)“ diskutiert er die Zusammenhänge von Denken, Problem und Erfahrung.

Ist es wirklich möglich, Dinge interessant zu machen, indem die Bezüge (relations) zu vergangenen Erfahrungen und künftigen Handlungen hergestellt werden? Ist es in erster Linie die Sequenzialität menschlicher Handlungen, die das Interesse beeinflusst? In einer ersten theoretischen Schlussfolgerung soll hier von einem sequenziellen Interesse ausgegangen werden, das – wie zu zeigen ist – von einem habituellen Interesse unterschieden werden muss. 6 7 Im Original: „excitement“, a. a. , S. 36. Durch den Rückgriff auf Entwicklung bzw.

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