By Korbinian Spann

Oft entscheiden Äußerlichkeiten über unser Verhältnis zu Fremden. Zugleich erlaubt die sinnliche Wahrnehmung fremder Personen und Orte, Rückschlüsse auf die eigene Identität zu ziehen. Dies gilt auch für das Judentum und die jüdische Wahrnehmung. Während die Figur des Fremden im Alten testomony bereits einige Beachtung fand, wurde sie in der rabbinischen Literatur bisher kaum untersucht.
Diese Studie analysiert und vergleicht die Wahrnehmung und Beschreibung des Fremden in der rabbinischen Literatur. Dabei konzentriert sie sich auf die Traktate Brachot, Schabbat, Jebamot und Sanhedrin, um einen Einblick in die jeweilige Ordnung des Talmud zu geben. Grundlegende Fragen sind: In welchen Kontexten werden Fremdlinge thematisiert? Inwiefern gewährt deren Beschreibung einen Einblick in die Wahrnehmung der Autoren? Welche Selbstsicht der Autoren lässt sich der Auseinandersetzung mit dem Fremden entnehmen? Von besonderem Interesse ist, ob das Bild der Fremden im Talmud das Produkt der biblischen Exegese oder realistisch ist. Dafür werden bestimmte Bezeichnungen wie «Goy», «Ger» und «No?ri» verglichen und deren Darstellung untersucht. Die Beschreibung des Fremden gewährt aufschlussreiche Einblicke in die sozialen Veränderungen Israels in der rabbinischen Epoche.

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Responses to Suffering in Classical Rabbinic Literature

The lifestyles of affliction poses an visible challenge for the monotheistic religions. Why does an omnipotent, benevolent God permit people to endure? And provided that God does, what's the acceptable human reaction? nowa days Jewish theologians specifically, confronted with the enormity of the Holocaust, have struggled to come back to grips with those matters.

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The Origins of Israel, 1882–1948: A Documentary History

In 1880 the Jewish neighborhood in Palestine encompassed a few 20,000 Orthodox Jews; inside sixty-five years it used to be remodeled right into a secular proto-state with well-developed political, army, and fiscal associations, a energetic Hebrew-language tradition, and a few 600,000 population. The Origins of Israel, 1882–1948: A Documentary background chronicles the making of recent Israel sooner than statehood, delivering in English the texts of unique assets (many translated from Hebrew and different languages) followed by means of broad introductions and commentaries from the quantity editors.

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Friedheim gesteht den rabbinischen Quellen eine historische Aussagekraft zu, die Stern ihnen aus Gründen seiner Einschätzung verweigert; vgl. Friedheim, Rabbinisme et Paganisme, 4-12; Stern, Jewish Identity in Early Rabbinic Writings, xxxiii-xxxv. 109 Vgl. auch den pointierten Artikel von S. Schwartz über die Entwicklung der rabbinischen Geschichtsschreibung. a. , Historiography on the Jews in the Talmudic Period (70-640 CE), in: The Oxford Handbook of Jewish Studies, 79-114. 2 Inhaltliche und methodische Ausgangspunkte der Forschung Da angesichts des Forschungsstands offen bleibt, wie viel historische Faktizität aus der rabbinischen Literatur gewonnen werden kann und in welchem Maße sie historische Bedeutung hat, sollen nun einige methodische und inhaltliche Ausgangspunkte festgelegt werden.

D. 129 Eine Definition der jüdischen Identität in der Antike ließe sich über ihre Grenzen abwägen. Weniger die eindeutige Definition der Grenzen sei entscheidend, als die Faktoren, die eine ethnische Gemeinschaft ausmachen, wie Sprache, Herkunft und Gebräuche. Damit ist die Fremdbeschreibung ein wesentliches Merkmal der Identität. Cohen sucht nach Kriterien, die antike Juden als Personengruppe erkennbar machen. Aussehen, Kleidung, Namen und Berufe sind dabei keine Kriterien. Die Beschneidung der Männer sei zwar ein Unterscheidungsmerkmal, aber kein sichtbares Kriterium.

Die Studie von N. Belayche, die sich mit dem gleichen Thema befasst, geht allerdings laut Friedheim nicht ausreichend auf die rabbinische Literatur ein. So bleibe die Verknüpfung von Fremdbeschreibung und Fremderfahrung auf einem oberflächlichen Niveau, was nicht zuletzt der fehlenden Aufarbeitung der hebräisch-aramäischen Texte geschuldet sei, N. Belayche, Judea-Palestina - The Pagan Cults in Roman Palestine (Second to Fourth Century), Tübingen 2001; siehe dazu auch E. Friedheim, Rabbinisme, 17-20.

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